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News

ADH(S) - Methylphenidat nur noch als nachrangiges Instrument

6.01.2010

Methylphenidat gehört zu den Arzneistoffen, die teilweise bei Patienten mit ADH(S) eingesetzt werden. Als eine mögliche Ursache für ADH(S) wird ein Ungleichgewicht diverser Botenstoffe im Gehirn vermutet. Methylphenidat soll beispielsweise dazu beitragen, dass Reize im Gehirn verbessert weitergeleitet werden. Seit dem ersten September 2009 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Vergabe von Methylphenidat an strenge Regeln geknüpft und damit die Zulassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff "Methylphenidat" verändert. Methylphenidat soll demnach nur noch dann gegeben werden, wenn ADH(S) anhand der DSM-IV-Kriterien oder der Leitlinien der ICD-10 diagnostiziert wurde und wenn sich andere Möglichkeiten wie etwa eine Psychotherapie als unzureichend herausgestellt haben. Komplett erforscht ist die Wirkung von Methylphenidat auf den ADH(S)-Patienten noch nicht; es soll etwa die Ablenkbarkeit von Patienten verringern und gilt heute als bedeutender Wirkstoff im Kampf gegen ADH(S). Methylphenidat ist gesondert verschreibungspflichtig und in einer Anlage des Betäubungsmittelgesetzes aufgelistet. 2007 startete auf Initiative der Europäischen Kommission ein Verfahren zur Risikobewertung des Arzneistoffs. Zuvor waren Berichte möglicher Nebenwirkungen von Methylphenidat bekannt geworden. Zu den genannten möglichen Nebenwirkungen gehörten erhöhte Risiken für Schlaganfälle und kardiovaskuläre (Herz und Kreislauf betreffende) Ereignisse. Die neuen Regelungen Der Initiative der Europäischen Kommission folgte am 27. Mai 2009 eine Entscheidung. Grundlage für diese Entscheidung war ein wissenschaftliches Gutachten des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur. Der Entscheidung der Europäischen Kommission folgte am 22. Juni 2009 wiederum die Umsetzung durch das BfArM. Diese Umsetzung ist seit dem ersten September 2009 in Deutschland gültig. Im Einzelnen gelten nunmehr unter anderem folgende Regeln:

  • Bevor die Vergabe von Methylphenidat überlegt wird, sollte die Diagnose ADH(S) aufgrund einer vollständigen Anamnese und Untersuchung des Patienten gestellt worden sein.
  • Der Einsatz von Methylphenidat sollte dann in Frage kommen, wenn sich andere Maßnahmen im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie "allein als unzureichend" erwiesen haben.
  • Vor der Vergabe von Medikamenten mit Methylphenidat sollte sorgfältig abgewogen werden, ob die Schwere und Dauer von Symptomen bei ADH(S)-Kindern die Vergabe des Medikaments wirklich rechtfertigt.
  • Die Behandlung sollte durch einen Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern begleitet werden.

Konkret bedeutet das unter anderem, dass die Vergabe von Methylphenidat zum nachrangigen Instrument im Kampf gegen ADH(S) wird. Methoden wie die Therapie und auch das Neurofeedback können bestenfalls erfolgreich gegen ADH(S) eingesetzt werden, ohne dass mit problematischen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Wenn die Medikamente dennoch eingesetzt werden, sollen sie eins von mehreren Instrumenten im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie bleiben. Das kann als Absage an eine Therapie mit einem zu großen Schwerpunkt bei der Medikamentenvergabe verstanden werden.

Neurofeedback und Gesang - ein gutes Team

12.11.2009

Im Jahre 2003 wurden im Magazin Neuroreport die Ergebnisse einer Studie publiziert, die sich mit der Auswirkung von Neurofeedback auf die Gesangsleistungen von Studentinnen und Studenten des Royal College of Music in London beschäftigte. Einer der Studienautoren, Dr. Tobias Egner, bezeichnete die Studie als erste, bei der Neurofeedback als Methode zur Verbesserung komplexer Fähigkeiten wie denen untersucht wurde, die dem gelungenen Gesangsauftritt gesunder Studenten dienen. Grundlagen der Studie Das Studienteam führte zwei Experimentreihen mit insgesamt 97 Studenten und Studentinnen durch. In beiden Experimenten wurden die Leistungen der Studienteilnehmer mit Hilfe zweier Musikstücke bewertet: einmal vor dem ihnen zugedachten Training und einmal danach. Experten beurteilten die Auftritte anhand einer Zehn-Punkte-Skala, die einem Standard-Bewertungsset des Royal College of Music entnommen wurde. Die Juroren urteilten anhand von Videos der Gesangsauftritte ohne Kenntnis, ob der jeweilige Auftritt vor oder nach einem Training aufgezeichnet wurde. Die zwei Experimente Experiment EINS teilte eine Gruppe von GesangsstudentInnen in eine 22 Personen starke Neurofeedback-Gruppe und eine weitere, zwölf Personen starke Studiengruppe. Die erstgenannte Gruppe bekam zwei Arten von Neurofeedback-Trainings: zur Steigerung der Aufmerksamkeit und für tiefe Entspannung (alpha/theta-Neurofeedback). Die andere Gruppe wurde mithilfe wiederkehrender physischer Übungen und einem Mental-Skill-Programm trainiert. Neben diesen beiden Gruppen existierte eine dritte als Kontrollgruppe, die keinerlei Training erhielt. Bei ihrer Zusammensetzung wurde darauf geachtet, dass sowohl die Altersstruktur als auch die akademische Ausbildungsgrad der Teilnehmer in der Kontrollgruppe denen der anderen beiden Gruppen glichen. Eine weitere Kohorte von Studentinnen und Studenten kam im Experiment ZWEI zum Einsatz. Hier wurden insgesamt sechs Gruppen gebildet, denen Studentinnen und Studenten nach dem Zufallsprinzip zugeordnet wurden. Die sechs Gruppen wurden auf unterschiedliche Weise trainiert: jeweils eine Gruppe mit Hilfe von Alpha/Theta-Neurofeedback, Beta1-Neurofeedback, SMR Neurofeedback, körperlichen Übungen, einem Training geistiger Eigenschaften oder einem so genannten Alexander-Training. Ergebnisse Ergebnis beider Experimente: Alle Studenten, die ein Neurofeedback-Training bekamen, verbesserten ihre Gesangsauftritte zumindest geringfügig: am meisten konnten sich diejenigen über Verbesserungen freuen, die ein Alpha/Theta-Neurofeedback erhielten. Die Quote an Verbesserungen lag hier bei 13,5 bis 17 Prozent. Für den Seniorautor der Studie, Professor John Gruzelier, waren die Ergebnisse der Beweis, dass Neurofeedback einen merklichen Effekt auf die Leistungen bei musikalischen Auftritten haben kann. Quelle: http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-20145.html

Studie zu Neurofeedback und ADHS

15.01.2009

An der Studie nahmen von 2005-2007 insgesamt 102 Kinder mit ADHS im Alter von acht bis zwölf Jahren in Erlangen, Göttingen und München teil. Die Kinder absolvierten entweder ein Neurofeedback-Training oder ein herkömmliches computergestütztes Aufmerksamkeitstraining. Die Trainingsprogramme umfassten 18 doppelstündige Termine, aufgeteilt in zwei Blöcke a` 4 Wochen. Sowohl im Eltern- als auch Lehrerurteil schnitt das Neurofeedback-Training deutlich besser ab als das Vergleichstraining. In den Problembereichen "Unaufmerksamkeit" und "Hyperaktivität-Impulsivität" konnte das Neurofeedback-Training die Symptomatik um durchschnittlich 25 - 30 Prozent reduzieren. NFB Erlangen-Nürnberg Ein weitere Meldung zu dieser Studie finden Sie auch hier: Ärztezeitung.de Auch RTL greift das Thema auf und präsentiert auf der Website einen kurzen Trailer zum Thema. RTL Neurofeedback

Neurofeedback mit MRT bei Schmerzen

8.12.2008

Einen maschinell etwas aufwendigeren Ansatz des Neurofeedback stellt Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm und Leiter der dortigen Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, im Bayrischen Fernsehen vor (Sendereihe: Geist&Gehirn). Die zugrunde liegende Hirnaktivität wird hier durch die funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie aufgezeichnet und weiterverarbeitet. Probanden und Patienten können dann über einen entsprechenden Feedback-Prozess lernen die Verarbeitung von Schmerzreizen zu beeinflussen. Geist & Gehirn, Folge 76

Endlich gesund schlafen!

30.10.2008

Neurofeedback unterstützt das Gehirn den richtigen Takt für einen erholsamen Schlaf zu finden. Hier können Sie sich einen Beitrag zum Thema "Neurofeedback bei Schlafstörungen" ansehen, der am 28.10.2008 im NDR ausgestrahlt wurde. Problematisch und dem Thema nicht gerade zuträglich ist allerdings die diffuse und sprachlich wenig differenzierte Darstellung des Verfahrens. NDR Magazin Visite

Cyberlink Brainfingers

17.10.2008

Ein Hirnwellen- und Gesichts-Aktivitäts Kontroll System wurde von der Firma Brain Actuated Technologies unter dem Namen Cyberlink bzw. Brainfingers schon vor einigen Jahren entworfen. Cyber Link Video hierzu: Cyber Link Video Die hier entwickelte Technik ist auch im NIA der Firma OCZ verwendet worden. NIA Beide Geräte benutzen eine Mischung aus EEG- Signalen und Aktivität der Gesichtsmuskulatur / Augenbewegungen zur Steuerung von Spielen oder anderen externen Applikationen.

Hirnwellen und emotionale Kontrolle im Straßenverkehr

17.10.2008

Ein US-amerikanisches Phänomen namens Road Rage hat die Macher der TV-Sendung "Prototype This!" auf die Idee gebracht ein Biofeedback-kontrolliertes Auto zu konstruieren. Road Rage, Ärger im Straßenverkehr, und daraus resultierende auch absichtlich verursachte Unfälle, dürften auch hierzulande ein Problem darstellen. Interessant ist die Verwendung des Emotiv-Headsets in diesem Zusammenhang. Neben traditionellen Biofeedback Sensoren für Atmung, Herzschlag und elektrodermaler Aktivität der Haut, verwenden die Bastler aus San Francisco eben auch EEG-Signale um den "emotionalen Zustand" des Fahrers zu kontrollieren. Mind Controlled Car Ein erster praktischer Test der Emotiv-Hardware ist auch als kürzeres Video verfügbar. Emotiv Spoon Bending

ADHS-Symposium im November 2008

14.10.2008

In Heidelberg findet vom 21-22.November 2008 ein Symposium zum Thema "ADHS - Kritische Wissenschaft und therapeutische Kunst" statt. Die Thematik der Lernstörungen wird dort vor allen Dingen vor dem Hintergrund der Neurobiologie, der Evolutionsbiologie sowie der systemischen Verhaltenstherapie diskutiert. Das Thema Neurofeedback scheint, zumindest nach Durchsicht des Programms, kein Thema zu sein. Das Programm und die Liste der Referenten kann unter www.erfindungsgeist.de eingesehen werden. Die Kurzdarstellung des Symposiums hier als Flyer zum Download: Flyer Symposium

Neurofeedback und Tourette-Störung

10.10.2008

An der Universität Göttingen findet zurzeit eine Neurofeedback Studie statt die mögliche differentielle Effekte eines EEG-Frequenzbandtrainings mit einem SCP-Training vergleicht. Die Zielgruppe besteht aus Kindern im Alter von 7-18 Jahren mit einer Tic-/Tourette Störung. Die Evaluation wurde im Rahmen von Trainingskursen während der Schulferien (Sommer- und Herbstferien) durchgeführt. Die Besonderheit bei diesem Kompakttraining, das über 24-Trainingseinheiten zu jeweils 45 Minuten durchgeführt wurde, liegt in der Trainingsfrequenz: 3 x täglich. Näheres hierzu unter dem folgenden Download:Studie Göttingen

Neurofeedback und ADHS

10.10.2008

Die Humanwissenschaftliche Fakultät der Uni Köln hat eine neue Studie zum Thema Neurofeedback und ADHS aufgelegt. Die von der RheinEnergie Stiftung geförderte Studie, in der die Effektivität eines SCP-basierten EEG-Trainings mit einem Durchblutungsfeedback (HEG) verglichen wird, ist bereits im Juli 2008 angelaufen. Die Teilnehmer der Studie sind Patienten mit einer ADHS Diagnose im Alter von 8-13 Jahren. Die Details der Studie sind unter www.hf.uni-koeln.de einsehbar.

Neurofeedback und ADHS in der Schweiz

10.10.2008

Die Universität Zürich hat bereits im März 2008 eine neue Studie zur Untersuchung der Effektivität von Neurofeedback in der Behandlung von ADHS aufgelegt. Die Teilnehmer, Kinder im Alter von 9-12 Jahren sowie Erwachsene mit ADHS-Problematik, erhalten nach einer ausführlichen EEG-Befundung ein 30-stündiges Training. Das EEG-Training wird hier mittels SCPs und dem Software-Paket SAM (Self Regulation Attention Monitoring) umgesetzt. Infomaterial hierzu: Neurofeedback_ADHS_CH.pdf

Wider dem schlechten Schlaf!

10.10.2008

Nicht mehr brandaktuell aber dafür umso relevanter: Lässt sich die Qualität des menschlichen Schlafes mittels Neurofeedback verbessern? Der Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg untersucht dieses Thema zurzeit eingehend. Downloads hierzu: Besser Schlafen durch Hirntraining.pdf und Besser Schlafen.pdf Interessant ist hier das die Thematik auch bereits im Bereich der universitären Lehre repräsentiert ist, inklusive Prüfung. Frau Dr. Kerstin Hödlmoser hat im Sommersemester 2008 die Veranstaltung „Schlaf und Neurofeedback (Grundlagen und Forschungsschwerpunkte zu den Themen Schlaf und Neurofeedback)“ vorgetragen. Frau Hödlmoser hat sowohl ihre Diplomarbeit als auch Ihre Doktorarbeit dem Thema Neurofeedback gewidmet. Beide Arbeiten stehen als PDF-Datei über den folgenden Link zur Verfügung: www.uni-salzburg.at

Bunte Bilder aus dem EEG

16.04.2008

Wie könnten die komplexen Muster des Denkens visualisiert werden? Auf der Website www.brainpaint.com lassen sich Beispiele für "nicht-lineare" Visualisierungen von Hirnwellen-Mustern finden. Zugegeben, hier fängt die "Neurophilosophie" an, interessant und vor allen Dingen farbig sind diese Bilder allemal.

Schöner spielen mit Gedankenkraft?

16.04.2008

Lassen sich PC-Programme durch Gedankenkraft per EEG-Technik steuern? Zur Zeit haben sich einige Hersteller aus dem PC Spiele- und Zubehörsektor aufgemacht, die Möglichkeit der Steuerung von PC-Programmen mittels preiswerter EEG Technik zu erkunden. Unklar ist hier jedoch, inwieweit Neurofeedback Prinzipien eingesetzt werden, bzw. ob der oder die Spielende vorher ein entsprechendes Training absolvieren muss. Die Steuerung mit Tastatur und Maus sowie Joystick wird wohl so einfach nicht zu ersetzen sein: Denkbar sind allerdings Anwendungen bei denen Zusatzfunktionen durch entsprechende Signalanteile des EEG gesteuert werden können. Weitere Informationen unter: www.emotiv.com www.neurosky.com www.neurosky.com Auch im Spiegel-Online Netzwelt: www.spiegel.de

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