Get Adobe Flash player

News

16.12.2010

Der Junge mit Myotoner Dystrophie

Das folgende hier aufgeführte Fallbeispiel stammt von der Seite EEG Info und ist bereits etwas älter. Allerdings dokumentiert es einerseits erstaunliche Erfolge von Neurofeedback bei einem an Myotoner Dystrophie leidenden Jungen aus Australien. Andererseits zeigt es auch, dass es sich beim Neurofeedback um keine Wundermethode handelt.

Die Myotone Dystrophie ist eine degenerative und genetisch bedingte Muskelerkrankung mit einer stufenweise fortschreitenden Muskelschwäche. Der Grad und die Häufigkeit der Verschlechterung variiert dabei individuell von Patient zu Patient. Mit der Krankheit treten häufig begleitende weitere Krankheiten wie beispielsweise der graue Star, Herzmuskelerkrankungen oder Diabetes mellitus auf. Die Fallstudie zeigt: Komplett aufhalten konnte auch das Neurofeedback die Krankheit des Jungen nicht, der an Problemen wie Aufmerksamkeitsstörungen, niedriger Muskelspannung, wenigen sprachlichen Fähigkeiten, Schlafstörungen und Atemstillständen im Schlaf litt. Dennoch verbesserte sich das Leben des Jungen durch das Neurofeedback erheblich.

Es dauerte ungefähr sechzig Neurofeedback-Sitzungen, um die Probleme des Kindes deutlich zu reduzieren: die Konzentration und die Sprechfähigkeit des Jungen hatten sich verbessert, der Schlafzyklus normalisiert und es traten keine Atemstillstände während des Schlafes mehr auf. Eine formale Schlafstudie dokumentierte zudem eine Normalisierung seines Blutsättigungslevels mit Sauerstoff im Vergleich zu Studien, die vor dem Neurofeedback-Training durchgeführt wurden. Doch dies ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Etwa ein halbes Jahr nach Abschluss der Sitzungen berichtete die Mutter des Jungen telefonisch, die erzielten Verbesserungen seien alle wieder verschwunden. Man musste also von vorne beginnen und der Junge erhielt erneut zweimal pro Woche eine Neurofeedbacksitzung, sodass sich die alten Verbesserungen wieder einstellten. Dieses Mal stoppten die Neurofeedback-Sitzungen nicht völlig. Sie wurden fortan einmal wöchentlich außerhalb der Ferienzeiten weitergeführt, Neurofeedback – so die Einschätzung im Bericht – wird auch bei dem jungen Patienten die möglichen Schübe der Krankheit nicht komplett aufrechterhalten können. Als kontinuierlich das Leben des Patienten begleitende Therapie kann es jedoch seine Handlungsfähigkeit verbessern und erneute Verschlechterungen zumindest herauszögern.

Beim hier dokumentierten Fall des jungen Patienten gingen die Ärzte vor dem Neurofeedback davon aus, dass er zum Berichtszeitpunkt bereits im Rollstuhl sitzen würde. Dem war jedoch ganz und gar nicht so. Im Gegenteil. Als der Bericht verfasst wurde, hatte man das damals mittlerweile elf Jahre alte Kind zu einer Teilnahme an den „Special Olympics“ ermutigt. Dabei handelt es sich um ein Programm in Australien, mit dem Kinder mit Behinderungen an Leichtathletik und Feldsportarten herangeführt werden. Die Mutter des Jungen erzählte dem Therapeuten in der Woche vor dem Bericht, dass der Junge jetzt auf der 400-Meter-Distanz Zeiten läuft, die ihn für die offene Sparte der Para Olympic Games 2000 in Sydney qualifiziert hätten. Er würde nun zur Teilnahme an diversen Feldsportarten und am Hochsprung bei den Spielen 2004 in Athen trainiert. Da kann man dann schon einmal von einem erfolgreichen Neurofeedback-Training sprechen.

Diesen Artikel bookmarken bei...
Blinklist delicious digg favoriten folkd google linkarena live myspace mister wong
oneview reddit slashdot yigg stumbleupon seek xl technorati webnews newsvine