Panik Attacken, Stress und Angstzustände
Das 1983 gegründete nordamerikanische Biocybernaut Institute (BI) kann auf über dreißig Jahre Erfahrung und klinische Praxis im Neurofeedback zurückblicken. Auf der Seite des Instituts werden auch Fallbeispiele für verschiedene Neurofeedback-Therapien veröffentlicht. Eins dieser Beispiele dokumentiert den Fall einer 29-jährigen Frau mit wiederkehrenden Panikattacken. Sie war trotz einiger Probleme in der Jugendzeit glücklich verheiratet, hatte zwei Kinder und lebte viele Jahre lang ohne jede Panikattacke. Dann jedoch musste sie ein traumatisches Erlebnis verkraften. Gemeinsam mit ihrem Mann, mit dem sie mittlerweile ein Restaurant betrieb, befand sie sich während des Erlebnisses im Urlaub in Mexiko.
Einen Tag vor der Abreise erlitt sie einen Hitzschlag sowie eine Lebensmittelvergiftung, was sich etwa in Schwäche, Kurzatmigkeit und Herzrasen äußerte. Im Hospital, in das ihr Mann sie brachte, konnte ihr nur bedingt medizinisch geholfen werden. Die Frau litt an Todesangst. Dann allerdings klangen ihre Symptome wie das Herzrasen trotz nur geringer medizinischer Intervention irgendwann ab und die Patientin kam ohne weitere Beschwerden nach Hause zurück. Zuhause traten die Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Herzrasen eines Tages jedoch plötzlich wieder auf. In der Folgezeit kamen solche Attacken immer wieder vor und wurden zur Basis für eine grundlegende und tief greifende Angst der Frau. Besuche bei Ärzten der traditionellen Medizin, bei Therapeuten und Hypnotiseuren brachten keine Besserung. Daher entschied sie sich für ein Neurofeedback Training.
Das Alpha-Hirnwellen-Training schlug bei ihr gut an und beendete die Panikattacken. Sie selbst begann begleitend zum Hirnwellen-Training die Ursachen für ihre Gefühle wie Hilflosigkeit und tiefe Panik zu ergründen und sie lernte, wie sie die Angstattacken vermeiden konnte. Aber lag das auch wirklich am Neurofeedback? Die Studienautoren schauten sich für Antworten auf diese Frage beispielsweise die Veränderungen von Alphawellen im rechten und linken Hinterkopfbereich an und setzten sie in Beziehung zu veränderten Stimmungen und Emotionen bei der Patientin. Einige Ergebnisse: Die so genannte Clyde Mood Scale zeigte beispielsweise eine Steigerung von Gefühlen der Freundlichkeit, wenn die Intensität der Alphawellen im rechten oder linken Hinterkopfbereich durch Neurofeedback stieg. Die gestiegene Intensität der Hirnwellen korrelierte zudem mit einer Reduzierung von Aggressivität. Der auffälligste und stärkste Effekt zeigte sich bei der „Clear Thinking“ Skala. Sie dokumentierte eine Beziehung zwischen einer starken Steigerung der Fähigkeit zum klaren Denken und einer erhöhten Aktivität von Alphawellen im linken hinteren Hirnbereich. Für eine Frau mit Panikattacken, die klares Denken sehr oft behindern, ist solch ein Ergebnis sehr bemerkenswert. Auch eine Änderung der Messwerte für die Gefühlszustände der Patientin zeigte sich im Zusammenhang mit einer gestiegenen Alphawellen-Intensität. So wurden Messwerte für Spannung/Ängstlichkeit ebenso reduziert wie die für „Depression/Niedergeschlagenheit“ und „Konfusion/Verwirrung“. Im Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) zeigten sich gefallene Messwerte für Hysterie, Depression und Hypochondrie (HY). In einem Zeitraum von über zehn Jahren nach Ende ihrer Behandlung hat die Patientin keine weitere Panikattacke erlebt.
Quelle: http://www.biocybernaut.com/documentation/cases/panic.htm#nav1top
