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Pressemitteilungen

10.09.2010

Neurofeedback und Sucht

Neurofeedback hat sich in den letzten drei Jahrzehnten auch als Therapie bei Suchtkrankheiten etabliert. Die wissenschaftliche Forschung untersucht daher beispielsweise, inwieweit Neurofeedback zu Verbesserungen bei Sucht begleitenden neuro-psychologischen Syndromen von Abhängigen führt. Zu diesen Syndromen zählen etwa Störungen des Gedächtnisses, der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit sowie Schwierigkeiten bei komplexen Handlungsabläufen.

Herauszufinden, ob Neurofeedback eine wirksame Therapie gegen derartige Störungen bei Opiumsüchtigen sein kann, war das Ziel einer aktuellen Studie der psychologischen Abteilung an der Universität von Teheran. Mit Hilfe von Checklisten und standardisierten Befragungen (Beispiel: Symptom-Checkliste SCL-90-R) wurden psychopathologische Dimensionen und Merkmale des Suchtverhaltens sowie die Hirnaktivitäten von zwanzig opiumabhängigen Patienten gemessen. Alle Patienten durchliefen zu jenem Zeitpunkt bereits eine medikamentöse Therapie.

Die Studienteilnehmer wurden anhand der Ergebnisse bei der Befragung sowie anhand von Kriterien wie Alter und Ausbildungsstand in zwei Gruppen eingeteilt. Die Experimentalgruppe erhielt neben den Medikamenten dreißig Sitzungen mit Neurofeedback-Training, während die Kontrollgruppe nur die Medikamente bekam. Die möglichen Veränderungen bei den Probanden wurden durch eine nachträgliche Untersuchung aller Patienten erhoben. Die iranischen Forscher mutmaßten, dass die begleitenden Syndrome bei den Patienten in der Experimentalgruppe in signifikant höherer Weise abnahmen als bei der Kontrollgruppe. Tatsächlich zeigte die so genannte Multivariate Analysis of Covariance (MANCOVA) signifikant höhere Erfolge für die mit Neurofeedback behandelten Abhängigen bei allen drei relevanten Messwerten. Bei der SCL-90-R – Befragung wurden signifikante Verbesserungen in Bereichen wie Aggression, zwischenmenschliche Beziehungen und Zwangsvorstellungen erreicht. In anderen Tests zeigte sich bei der Neurofeedback-Gruppe zusätzlich ein gesunkenes Begehren, die abhängig machende Substanz zu nutzen. Auch die Untersuchung der Hirnwellen offenbarte ein positives Ergebnis. Die iranische Studie lässt vermuten, dass Neurofeedback als therapeutische Maßnahme durch Opium-Abhängigkeit verursachte Abnormalitäten verringert. Die Resultate betonen die Bedeutung von neuropsychologischen Interventionen in der Behandlung von Suchtkrankheiten.

Lesen Sie dazu auch unsere Aktuelle Pressemitteilung

Quelle: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20722354

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