Neurofeedback und Epilepsie
Epilepsie gilt als eine Störung des Nervensystems, bei der Nervenzellen unkoordiniert Signale abgeben, die beispielsweise zu heftigen unkontrollierten Muskelzuckungen führen können. Das Alltagsleben von Erkrankten kann durch Epilepsie teils sehr stark beeinträchtigt werden. Medikamente können helfen, diese Störung in den Griff zu bekommen, sie helfen jedoch nicht immer. Schätzungen zufolge wirken Medikamente bei etwa einem Drittel aller Epilepsie-Patienten nicht wie gewünscht. Bei der Suche nach möglichen Alternativen stößt man auf Neurofeedback.
Um herauszufinden, ob Neurofeedback für Epilepsie-Kranke tatsächlich eine Hilfe bedeuten kann, führten Wissenschaftler des Michael E. DeBakey VA Medical Centers (USA) eine so genannte Metaanalyse durch. Das bedeutet: Sie unterzogen alle EEG Biofeedbackstudien aus den Jahren 1970 bis 2005, die sie in den Datenbanken MedLine, Psychinfo oder PsychLit fanden und die sich mit Veränderung der Anfallshäufigkeit bei Epilepsie durch Neurofeedback auseinandergesetzt hatten, einer Analyse.
Von den 63 gefundenen Studien boten zehn ausreichend Information, um im Rahmen der Metaanalyse ausgewertet zu werden. Bis auf eine Studie zielten alle auf eine Verstärkung des sensomotorischen Rhythmus (Hirnstrommuster, das für einen entspannten Wachzustand steht). Die abweichende Studie trainierte so genannte langsame kortikale Potenziale. Diese SCP (slow cortical potentials) sind Hirnstrommuster, die meistens in Verbindung mit Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung in Verbindung gebracht werden. Durchweg alle Studien wurden mit Patienten durchgeführt, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung der Epilepsie ansprachen. Ergebnisse der Metaanalyse: In allen Studien wurde ein verringertes Auftreten von Anfällen nach der Behandlung verzeichnet. 74% der untersuchten Patienten berichteten zusätzlich von einer geringeren Anzahl von Anfällen pro Woche. Die Metaanalyse ergab eine signifikante Reduktion der Anfallshäufigkeit durch das Neurofeedback. Für all diejenigen Epileptiker, für die Medikamente keine Erleichterung bedeuten, könnte das eine gute Nachricht sein.
