Studien zu Neurofeedback und Abhängigkeit
Eugene Peniston und sein Mitarbeiter Paul Kulkosky führten ihre erste Studie mit einer kleinen Gruppe schwerer Alkoholiker im Jahr 1989 durch. Die Resultate waren kaum glaublich. Verschiedene Wissenschaftler bemühten sich daher, sie etwa durch Anrufe bei Angehörigen der zehn Abhängigen zu verifizieren. Und sie könnten Penistons und Kulkoskys Ergebnisse bestätigen: Nach dreizehn Monaten mit Neurofeedback waren acht von zehn der Studienteilnehmer nüchtern.
Die Wissenschaftler verfolgten den Lebensweg jener zehn Teilnehmer insgesamt zehn Jahre lang weiter. Sieben der Versuchsteilnehmer blieben nüchtern, der achte Teilnehmer verstarb innerhalb des Beobachtungszeitraums. Innerhalb der Studie fanden die Wissenschaftler auch heraus, dass die mit Handwärme-Biofeedback und Neurofeedback behandelten Patienten einen geringeren Level an Beta-Endorphinen aufwiesen. Beta-Endorphine sind als Stresshormone bekannt.
Eine Fallstudie
1992 studierten Steve Fahrion und seine Kollegen einen Klienten während eines Alpha-Theta-Neurofeedbacks besonders intensiv. Der Mann war Alkoholiker und seit achtzehn Monaten nüchtern. Allerdings war bekannt, dass sein Verlangen nach Alkohol in Stresssituationen ansteigt und man fürchtete, er könnte rückfällig werden. Nach der Neurofeedback-Therapie zeigte dieser Mann sowohl in stressreichen wie in stressarmen Zeiten deutlich weniger Reaktionen auf Stress. Der Patient selbst, seine Frau und seine Kollegen berichteten, dass er wesentlich entspannter agierte und kein Verlangen mehr nach Alkohol zeigen würde.
Die CRI-Help Studie
Zwei weitere Wissenschaftler, die die Wirkung von Neurofeedback auf Abhängige untersuchten, waren William Scott und David Kaiser. Sie bildeten eine Studiengruppe aus 48 und eine Kontrollgruppe aus 43 Personen. Alle Teilnehmer wurden stationär in einer Klinik behandelt. Die Klinik, CRI Help genannt, fußte mit ihrer Behandlung auf dem so genannten „Minnesota-Modell“. In diesem zwölfstufigen Programm wird der jeweilige Patient durch die Gruppe, das familiäre Umfeld und durch eine individuelle Therapie gestärkt. Zusätzlich zum Programm bekam die Studiengruppe vierzig bis fünfzig Neurofeedback-Sitzungen. Die Studienteilnehmer begannen mit zehn bis zwanzig Sitzungen eines SMR-Beta-Trainings, um kognitive Kontrolle zu erlangen, bevor mit Alpha-Theta-Neurofeedback begonnen wurde. Die Teilnehmer der Studiengruppe zeigten im Verlauf der Studie weitaus mehr positive persönliche Veränderungen als die Kontrollgruppe. Eine Folgeanalyse nach 24 Monaten brachte noch größere Unterschiede zutage. Für den Vorstandsvorsitzenden von CRI-Help war das Ergebnis der von ihm initiierten Studie besonders beeindruckend, „Wir haben es nicht mit üblichen Studienteilnehmern zu tun“, sagte er. Die meisten würden durch Gerichte an CRI-Help überwiesen oder ihre Behandlung würde auf ähnliche Weise der CRI übertragen. Sollten die Studienergebnisse von anderen Studien bestätigt werden, würde das aus seiner Sicht den Standard der Therapie von Abhängigkeiten komplett verändern.
