Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS-Behandlung: eine Meta-Analyse...
... über die Auswirkungen auf die Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität
In einer aktuellen Studie wurden 15 veröffentlichte Studien metanalytisch ausgewertet. Das Ergebnis ist, dass das Neurofeedback ein erfolgversprechendes Therapieverfahren darstellt.Die Analyse beruht auf Therapiedaten von knapp 1200 Patienten – davon 60 Prozent Kinder und 40 Prozent Erwachsenen.
Insgesamt wurden 15 Studien ausgewertet bei denen Neurofeedback zur Therapie bei ADHS eingesetzt wurde. Alle Probanden hatten AD(H)S als primäre Diagnose. Vor und nach der Behandlung wurden die Therapiefortschritte wie folgt erfasst:
Hyperaktivität - Conners Beurteilung mit einer DSM Rating-Skala wie (CPRS-R) oder DSM-IV Rating Scale (Lauth & Schlottke)
Unaufmerksamkeit - Rating-Skala wie Unaufmerksamkeit FBB-HKS, Conners (CPRS-R) oder DSM-IV Rating Scale (Lauth & Schlottke)
Impulsivität - Go/No – Go Test
Die Neurofeedbackgruppen erreichten im Gegensatz zu den Kontrollgruppen eine mittlere bis große Wirksamkeit in Bezug auf die Kernsymptome Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Bei der Hyperaktivität konnte nur eine mittlere Effektstärke nachgewiesen werden. Die Metaanalyse hat gezeigt, dass Hyperaktivität durch Neurofeedback wirksam behandelt werden kann. Die Therapie hat nach Level 5 der “Guidelines for Evaluation of Clinical Efficacy of Psychophysiological Interventions (2002)“ für ein wirksames Verfahren erfüllt.
Voraussetzung damit eine Therapie diese Klassifikation erhält ist, dass sie einer glaubwürdigen Scheintherapie oder glaubwürdigen Alternativbehandlung in mindestens zwei unabhängigen Studien überlegen ist.
In drei Studien (Bakshayesh, Gevensleben et al. und Holtmann et al.) wurde Neurofeedback mit alternativen Behandlungsmaßnahmen verglichen, wobei auch EMG Biofeedback gegeben oder ein Aufmerksamkeitstraining durchgeführt wurde. Die Metaanalyse zeigt auf, dass Neurofeedback auch diesen Behandlungsformen überlegen war. Zwar ergaben sich bei diesen Behandlungen auch mittlere bis große Wirksamkeiten bei den Kernsymptomen, jedoch nur eine geringe Wirksamkeit bei der Verminderung von Hyperaktivität. Der Vergleich mit einer medikamentösen Behandlung ist jedoch schwierig, da aufgrund der unzureichenden Datenlage gegenwärtig noch kein aussagefähiger Vergleich zwischen einer Stimulanzientherapie und Neurofeedback gezogen werden kann.
Außerdem konnte die Meta-Anlayse eine nachhaltige Wirksamkeit der Neurofeedback Therapie nachweisen. So hat sich das Verhalten der Patienten drei Monate nach der Therapie nicht nur nicht verschlechtert, sondern teils sogar weiter verbessert. Auch Nachuntersuchungen die über drei Monate hinaus gingen, zeigten auf, dass im Laufe der Zeit stabile und teils verbessernde Therapieerfolge einstellten. Sechs Monate nach der Therapie zeigten sich bei den Kindern immer noch steigende Lernerfolge und auch die Eltern beurteilten die Kinder besser, als direkt nach Abschluss der Therapie.
Quellen:
http://www.drugfreeadd.com/downloads/ResearchADHDArns_etal_ADHD_NF_Meta_PRINT.pdf
http://www.brainclinics.com/file.php?fId=191
