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Neurofeedback und AD(H)S - auffallend gute Ergebnisse

Im Juli 2009 wurden Ergebnisse einer Meta-Analyse zum Thema "Neurofeedback und AD(H)S" veröffentlicht. Wissenschaftler der Universität Tübingen konnten gemeinsam mit ihren Kollegen aus der Universität der niederländischen Stadt Nijmegen nachweisen, dass sich durch Neurofeedback bei den Kernsymptomen Impulsivität und Unaufmerksamkeit große und klinisch signifikante Effekte erzielen lassen (Quelle: Pressemitteilung Universität Tübingen), während es beim AD(H)S-Kernsymptom Hyperaktivität zu mittleren Effekten kommt. Für diese Analyse nutzen die Forscher die Resultate von insgesamt fünfzehn Studien zum Themenbereich. AD(H)S tritt nicht allein bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen auf. Bei ihnen lassen sich durch Neurofeedback häufig ebenfalls deutliche Verbesserungen erzielen. Aber bevor wir uns weiter mit der Wirkung von Neurofeedback auf AD(H)S auseinandersetzen, klären wir erst einmal, was AD(H)S überhaupt ist.

Was bedeutet AD(H)S?

AD(H)S ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Sie beginnt meist bereits im Kindesalter und kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Äußert sie sich etwa durch eine Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität, so wird sie von der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) "Einfache Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung genannt". Kommt Impulsivität und dadurch bedingt eine Störung des Sozialverhaltens hinzu, so wird von einer "Hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens" gesprochen. Die Diagnostic and Statistical Manual of the American Psychiatric Association unterteilt AD(H)S in den vorwiegend unaufmerksamen Typ, den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ und einen Mischtyp. Laut ICD-10 kann sich AD(H)S beispielsweise durch ständige motorische Unruhe äußern, durch eine kurze Dauer spontaner Aktivitäten und durch eine bemerkenswert ausgeprägte Aktivität in Situationen, die relative Ruhe verlangen. Wie sich AD(H)S bemerkbar macht, kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Qualifizierten Schätzungen zufolge soll AD(H)S bei jedem zehnten Kind und Jugendlichen zumindest in milder Form auftreten und bei etwa 50 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen eine Behandlung notwendig machen. Laut Bundesärztekammer besteht die Störung in mindestens einem Drittel aller Fälle auch im Erwachsenenalter fort.

Wie kann Neurofeedback bei AD(H)S helfen?

Als wissenschaftlich anerkannte Methode dient Neurofeedback einerseits zur Messung der Gehirnaktivität, andererseits dazu, sie zu verändern und zu verbessern. Bestimmte Gefühls- und körperliche Zustände lassen sich bestimmten Hirnwellenmustern zuordnen, die am Computerbildschirm erkennbar werden. So lassen sich auch typische Verhaltensweisen bei einer AD(H)S - Störung eindeutig identifizieren. Hier setzt das Neurofeedback an. Der jeweilige Patient bekommt beim Neurofeedback immer dann ein positives Feedback, beispielsweise in Form einer Computeranimation, wenn die Hirnwellenmuster von denen, die auf ein AD(H)S - typisches Verhalten hindeuten, abweichen. Dadurch lernt der jeweilige Patient oftmals dauerhaft, seine Hirnaktivität so zu beeinflussen, dass sich die für AD(H)S typischen Verhaltensweisen deutlich reduzieren. Die Erfolge, die Neurofeedback bei AD(H)S aufweist, helfen sowohl den an der Störung leidenden Menschen selbst, als auch Eltern, Partnern und Freunden. Sie bedeuten oftmals eine wohltuende Rückkehr zur Normalität im Umgang miteinander.