Neurofeedback und Demenz

Demenz ist ein schleichender Rückzug aus der Welt, der den Angehörigen von Erkrankten oftmals ebenso viel Leid zufügt wie dem Erkrankten selbst. Neurofeedback kann ein Instrument sein, um diesen Rückzug zu verlangsamen oder teils zu stoppen. Anhand von Fallbeispielen zeigt etwa das Neurofeedback Center of Virgina auf seiner Internetseite einen erfolgreichen Einsatz von Neurofeedback als Therapie gegen Demenz und speziell die Alzheimer-Krankheit. Dort wird die Fallstudie eines ehemals brillanten 85-jährigen Mannes veröffentlicht, bei dem drei Jahre zuvor Alzheimer diagnostiziert wurde. Er vergaß Daten wie Adressen, Telefonnummern, den aktuellen Tag oder das aktuelle Datum, galt als aggressiv und depressiv. Mit Hilfe von Neurofeedback gewann er ein Gutteil seiner Souveränität zurück und zeigte ein sehr viel sozialeres Verhalten als zuvor. Fallstudien wie diese zeigen Ergebnisse, die Verwandten von Alzheimer-Patienten und anderen Demenzkranken Mut machen. Wie bei allen Therapien gilt zwar auch beim Neurofeedback: Es kann gute Ergebnisse im Einzelfall niemals garantieren. Aber die Studien geben Anlass zur Hoffnung, dass Neurofeedback einen nicht unbedeutenden Anteil im Kampf gegen Demenzkrankheiten leisten kann.

Was ist Demenz?

Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ISC-10) definiert Demenz als „Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen“. Demenz betrifft viele ältere Menschen und die Zahl der Erkrankten steigt. Laut dem Fachmagazin "Lancet" gab es im Jahr 2005 auf der ganzen Welt ungefähr 25 Millionen an Demenz erkrankter Menschen. Wissenschaftlichen Angaben zufolge, soll sich die Zahl der Erkrankten jeweils innerhalb von zwanzig Jahren verdoppeln. Der Kampf gegen Demenz gehört daher zu den dringlichen Aufgaben moderner Medizin.

Neurofeedback im Kampf gegen Demenz

Im September 2009 berichtete das Fachmagazin „The Behavorial Medicine Report“ über eine Pilotstudie zweier Forscher zum tehma „Demenz und Neurofeedback“. Zu den Forschern gehörte Mark M. Berman von der „Quietmind Foundation“, einer Stiftung, die alternative Behandlungen beispielsweise bei Hirnstörungen und Demenz erforscht. Die ersten Ergebnisse der Pilotstudie waren positiv. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die Neurofeed-Gruppe signifikante Verbesserungen beim verbalen und beim bildlichen Gedächtnis. Die Zukunft dürften weitere interessante Ergebnisse beim Einsatz von Neurofeedback gegen Demenz zutage fördern.